Beiträge 2022
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Frühlingserwachen in Mecklenburg
Neben einem gelb blühenden Rapsfeld beim Bf Groß Brütz konnte auch auf dem Mollibahnhof in Bad Doberan ein hübsch erblühtes Gewächs angetroffen werden.
(17.05.2022, Fotos: Detlef Radke)





175 Jahre Eisenbahnen in Mecklenburg
Am 1. Mai 1847, also vor 175 Jahren, begann der reguläre Eisenbahnverkehr auf der ersten mecklenburgischen Eisenbahnstrecke von Hagenow nach Schwerin. Die feierliche Eröffnung der Strecke war bereits am 28. April 1847. Das Schweriner Empfangsgebäude war zur Eröffnung der Strecke noch nicht fertiggestellt und die Abfertigung des Eisenbahnverkehrs erfolgte an einem aus Holz errichteten Bahnsteig. Der Güterverkehr begann erst einen Monat später.

Grund genug daran zu erinnern. Offizielle Feierlichkeiten oder Würdigungen wird es wohl dazu nicht geben. Jedennfalls ist mir nichts bekannt.

Eigentlich sollte diese Strecke, als integrierter Bestandteil des Bahnbaus zwischen Berlin und Hamburg, bereits mit der erfolgten Eröffnung der Berlin-Hamburger Eisenbahn am 15. Oktober 1846 (zunächst nur von Berlin bis Boizenburg, am 12. Dezember 1846 Eröffnung Boizenburg - Bergedorf) auch in Betrieb genommen werden. Doch wie so oft fehlte letztendlich u. a. rechtzeitig das Geld. Der erste Spatenstich für die Strecke nach Hagenow erfolgte in Schwerin am 1. Dezember 1845 in der Nähe des Feldtors. Das war zugleich der schwierigste Abschnitt der gesamten Strecke, da hier ein etwa 1.000 m langer und bis zu zehn Meter tiefer Einschnitt bis zum zukünftigen Bahnhof ausgehoben werden musste. Die 830.000 m³ gewonnene Erde ist für den anschließenden Dammbau durch den Osttorfer See verwandt worden. Auf einem Grundstück 100 m westlich des Pfaffenteichs, am damaligen Stadtrand, begann die Begradigung des hügeligen Geländes, um darauf den zukünftigen Bahnhof zu errichten. Schwierigkeiten gab es auch bei der Beschaffung von Feldsteinen, da diese bereits für den Bahnbau der Berlin-Hamburger Eisenbahn Verwendung fanden. Der strenge Winter 1846/47 ließ das im September 1846 begonnene Schienenverlegen nach zwei Monaten bereits wieder ins Stocken geraten und erst im Frühjahr 1847 zu Ende kommen. Nach 15 Monaten Bauzeit war die Strecke mit den drei Zwischenstationen Holthusen, Zachun und Kirch-Jesar fertig. Gleichzeitig nahm eine optische Telegrafenstrecke den Betrieb auf. Bei der Lokomotivfabrik Borsig in Berlin waren zwischenzeitlich drei Lokomotiven gleicher Bauart, wie die der Berlin-Hamburger Eisenbahn, bestellt worden. Anfang 1847 gelangten sie mit den Namen „Rostock“, „Wismar“ und „Güstrow“ zur Auslieferung.

Der erste Fahrplan bot drei Zugpaare auf der Strecke an, verbunden mit der Möglichkeit der Weiterreise nach Berlin oder Hamburg. Berlin erreichten die Fahrgäste in neun Stunden und Hamburg in vier Stunden. Im ersten Monat vermeldete die Eisenbahverwaltung folgende Zahlen: Für 8966 beförderte Personen Einnahmen von 4021 Reichsthalerund für 6629 Zentner Eilgüter 615 Reichsthaler.

Ein Bildvergleich vom Bahnhof Hagenow, der später in Hagenow Land umbenannt worden ist, als die Strecke nach Wittenburg in Betrieb ging und ein neuer Bahnhof in Stadtnähe entstand. Die mecklenburgische Eisenbahnverwaltung erbaute kein eigenens EG sondern nutzte das preußische EG mit. Heute steht der imposante Bau eingezäunt und ungenutzt zwischen den beiden Gleisseiten. Am 19. April 2022 schob die Rostocker 146 277 nach kurzem Halt ihren Zug der RE 1 von Hamburg weiter nach Rostock.



Ein Bildvergleich vom Schweriner Hauptbahnhof aus den Jahren 1900 und 2020. Letzteres Bild allerdings aus der entgegengesetzten Blickrichtung.



(1.5.2022, Fotos oder Sammlung: Detlef Radke)

Schweriner Mueumsfahrzeuge auf Reisen
Am 9. Aprilkam die 112 302 von LDC mit einem Begleiterwagen nach Schwerin um zwei betriebsfähige Museumsfahrzeuge abzuholen. Die Waggons sind nach Luckau überführt worden. Mieter für ein halbes Jahr ist der DBV Förderverein Niederlausitzer Eisenbahn e.V. Sie haben dieses Jahr ein vielfältiges Fahrprogramm aber noch keine betriebsfähigen Waggons. Zuletzt nutzten sie welche vom Lausitzer Dampflokclub.
Das erste Bild zeigt die 112 203 an der Schweriner Tankstelle, neben der 223 012 von BRLL. Die folgenden Fotos zeigen die Zusammenstellung des Überführungszuges.
(1.5.2022, Fotos: Frank Tille)





Abwechslung auf dem Doberaner Mollibahnhof
Am 13. April bot sich für mich einmal wieder die Gelegenheit dem Doberaner Mollibahnhof einen Besuch abzustatten und es wurde dem Zaungast einiges geboten. Den Anfang machten zwei frisch gestrichene vor dem restaurierten Gebäude der Molli-Infrastruktur Abteilung aufgestellte Wagenachsen. Unmittelbar darauf setzte sich ein Zug nach Kühlungsborn mit der 99 2322 in Gang und passiert hier gerade den Bü direkt vor dem Bahnhof.
Auf dem Bahnhofsgelände selber stachen mir gleich die auf der Rampe abgestellten drei Güterwagen ins Auge. Die beiden Schotterwagen für die Streckenunterhaltung hatten zumindest neue Farbe bekommen. Ob dies nach einer Aufarbeitung erfolgte und sie deswegen noch dort standen, weil gerade per LKW angekommen, ist mir derzeit nicht bekannt.
Vor der Werkstatt standen die unter Dampf stehende 99 2324 und der "Hofhund" 199 016. Ein MBB Mitarbeiter war an einem wohl gebraucht erworbenen neuen Bahndienstfahrzeug beschäftigt. Es dürfte ebenfalls ein MBW-A-02 sein, wie bereits vorhanden. Neben dem Werkstattgebäude standen zwei arg verunzierte Wagen, die so meine ich seit Jahren ganz hinten im Gelände hinter der Bekohlung abgestellt standen. Ab in den Schrott oder wieder zum Leben erweckt werden, ist hier die Frage?
(24.04.2022, Fotos: Detlef Radke)







Brückabriss in der Schweriner Wallstraße
Ab dem 25. abends und über das Wochenende 26./27. März hinweg war auf Grund des Straßenbrückenabrisses in der Schweriner Wallstraße der Eisenbahnverkehr aus Schwerin heraus in südlicher Richtung vollständig gesperrt. Mittels Sägetechnik wurde die alte Betonkonstruktion in "handliche" Stücke zerteilt und per LKW nach Consrade zur Firma Otto Dörner zur Entsorgung gebracht. Auf gut Glück sah ich mir das Geschehen am späten Vormittag des 26. einmal an. Um den Kran ganz aufs Bild zu bekommen, suchte ich mir zunächst einen Standort etwas weiter entfernt aus. Gerade angekommen sah ich die Bauarbeiter damit beschäftigt ihr Werkzeug wegzuräumen und auch der Karn setzte sich in Bewegung. Schon frohlockte ich, genau den richtigen Zeitpunkt abgepasst zu haben, an dem ein Brückenteil ausgehoben wird. Doch aus meiner Sicht tat sich danach nichts mehr. Also doch mal näher an die Baustelle gegangen. Von einer parallel verlaufenden provisiorischen Fußgängerbrücke aus, konnte ich dann mit weiteren Zuschauern alles genau beobachten.
Man hatte blos das nächste Brückenteil an den Kranhaken gehängt und war dabei die nächste Platte aus der alten Betonfahrbahn zu sägen. Der zu sehende rote Kasten beherbergte die Antriebstechnik der Kettensäge (?) die sich langsam durch den Beton fraß. Doch lange lief die Technik nicht und streikte immer wieder einmal. Die Bauarbeiter begannen nun Umlenkrollen auszuwechseln. Da ein Ende dieser Arbeiten nicht absehbar war zog ich bald wieder von dannen.
(3.04.2022, Fotos: Detlef Radke)




Hier noch drei weitere Aufnahmen die mir freundlicherweise von Frank Tille zur Verfügung gestellt worden sind. Die beiden Nachtaufnahmen vom 26. März zeigen bereits das Endergebnis des Brückenabrisses.



Güter gehören auf die Bahn
Am 25. Februar entstanden diese Aufnahmen auf dem Schweriner Hauptbahnhof. Während die 185 385 einen Ganzzug mit großen Stahlteilen gen Norden beförderte (Foto: D. Radke) kam einige Zeit später die EGP 272 001 mit einem Ganzzug aus Richtung Norden durch den Bahnhof gefahren. Letzterer ist vermutlich für die Firma Otto Dörner in Consrade, Anschlussgleis am ehemaligen Hp Stern (Buchholz) an der Parchimer Strecke gelegen, bestimmt gewesen. Dorthin fährt in letzter Zeit die EGP des öfteren mit Ganzzügen unterschiedlicher Ladung.
(13.03.2022, Fotos: Hans-Berthold Ackermann und Detlef Radke)





Abriss Stellwerk W2 in Wismar
Dem Bau der Eisenbahnüberführung (EÜ) Poeler Straße in Wismar musste jetzt das nicht mehr benötigte, ehemalige Stellwerk W2 weichen und wurde im Februar 2022 abgerissen. Mit der EÜ Poeler Straße werden die bisher zwei Bahnübergänge im Zuge der Poeler Straße aufgehoben, durch eine dreigleisgkeisige Eisenbahnbrücke ersetzt und die Poeler Straße in einem Trog unter der Brücke hindurchgeführt. Das Stellwerk W2 war schon Ende 2005 stillgelegt worden und seitdem nur noch "Schaltschrank" für den verbliebenen, nun aufgehobenen Bahnübergang Posten 124. Städtebaulich ist der Verlust des Gebäudes ein Verlust, auch stand W2 ursprünglich unter Denkmalschutz, dennoch war ein Abriss unvermeidlich, da zwischen W2 und dem Sozialgebäude des gegenüberliegenden Bahnbetriebswerkes nicht genug Platz für die Poeler Straße und die durch den Trog notwendig gewordene neue Lokschuppenzufahrt gewesen wäre. Die neuen Gleisverbindungen um Seehafen Wismar sind bis auf ein Gleis inzwischen fertig und in Betrieb. Die Verkehrsfreigabe für die Poeler Straße durch den Trog (die Unterführung) ist für den Herbst dieses Jahres vorgesehen.
Datum der Fotos: 2.10.2021, 14./ 21./ 24. und 26. 02.2022
(10.03.2022, Text und Fotos: Andreas Nielsen, Eisenbahnfreunde Wismarer e.V.)